VITA   WALTER JOHN


Am 10. August 1910 wurde Walter Norbert John in der Pfalz geboren, als viertes von fünf Kindern. Sein Vater Hugo John war Maler, und während der älteste Sohn Architekt wurde, zeigten die beiden jüngsten Buben schon früh Liebe und große Begabung zur Malerei. Seine Jugendjahre verbrachte Walter John in Ramstein.

1930 zogen die Eltern nach Mannheim um den Söhnen den Akademiebesuch zu ermöglichen. Walter John wurde Schüler der freien Akademie Mannheim und bald Meisterschüler seiner Lehrer Oertel und Henselmann, damals wurde die "Münchner Schule" gelehrt. Da er sich ebenso stark für die Bildhauerei interessierte, belegte er auch Kurse bei Professor Lauber in Mannheim.

1936 nach der Ausbildung - zu der er auch noch Kurse in Schriftmalerei und Dekoration belegt hatte - mietete sich Walter John in Mannheim ein eigenes Atelier und nahm an Ausstellungen in Mannheim und im Münchner Haus der Kunst teil. Dort wurden französische Kunstkritiker auf ihn aufmerksam und widmeten ihm ausgezeichnete Kritiken.

Schon im Mai 1939 wurde Walter John zum Wehrdienst eingezogen, kam bei Kriegsbeginn zunächst nach Frankreich, dann musste er vom ersten Tag an am Russlandfeldzug teilnehmen. Er musste mitziehen gegen ein Volk, dessen Sprache er als schön und kraftvoll empfand und nie als einen Feind sah. Gewalt und Ungerechtigkeit empörten ihn zutiefst.

1942 erlitt Walter John eine schwere Kopfverletzung, die Folgen dieser Verletzung blieben in seinem Leben. Weitere Jahre des Krieges verbrachte er in Frankreich, durfte wieder malen und gewann, trotz Zugehörigkeit zu den Besatzern, dort Freunde. Nach Kriegsende folgten harte Monate der Gefangenschaft wie auch eine bittere Station nach der Entlassung im Hungerlager Brezenheim.

1946 fand Walter John eine kleine Wohnung in der Nähe seines Heimatortes Ramstein. Er musste wieder ganz von vorne beginnen, Bilder und Material waren abhanden gekommen, Freunde und Lehrer gefallen, ausgewandert und verschollen. Verbindungen zu Kunstfreunden waren abgerissen. Ein Überleben mit Malerei war fast aussichtslos, man schlug sich durch, ohne Entschädigung für eine Kriegsverletzung. Eine Anerkennung seiner Kunst versagte man ihm.

Endlich, Ostern 1961, bekam Walter John wieder einen Raum, der den Namen Atelier verdiente, kurz zuvor hatte er geheiratet, eine Schwäbin und

Lehrerin, als ob er alles nachholen musste, Bilder über Bilder, Landschaftsskizzen, Aquarelle und großformatige Malerei. In diesen Jahren greift er erstmals zum Spachtel und trägt Farbe auf Hartfaserplatten, kraftvoll und gewagt.

1962 nun auch wieder Kontakt zu Freunden und Malern in Frankreich. Eine einzelausstellung in St. Avold-Moselle, weitere Einladungen folgten, bald auch Einzelausstellungen in Belfort und Paris. Er wurde Mitglied der internationalen Künstlergruppen "Jeune Peinture Europeenne", "Les Surindependantes" und "Signatures".

Bad Mergentheim, die Geburtsstadt seiner Frau, und Rothenburg ob der Tauber, hatten es ihm angetan. So kam es, dass er ein leerstehendes Haus in der berühmten Herrngasse entdeckte, das Erdgeschoß eignete sich zu einer eigenen Galerie, ein Wunschtraum, für Arbeiten und Wohnen war noch genügend Raum vorhanden, mit einfachsten Mitteln und viel Eigenbau wurde das Haus restauriert. Und dann malte er. Blumen in Öl im großen Garten beim Topplerschlößchen und machte auch Zeichnungen mit breiten, kräftigen Strichen von den vielen malerischen Winkeln der Stadt.

1973 wurde Walter John schwer krank, behindert malte er weiter. 1974 verstarb er, seine Frau führte die Galerie weiter, bis zu ihrem Tode 1997.


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